Liebe Gemeindemitglieder,
das "Unternehmen Kirche" muß sich auf tiefgreifende Umwälzungen einstellen. Die Einnahmen der Kirche könnten nämlich in den kommenden Jahren mit einer Geschwindigkeit sinken, gegen die sich der Rückgang des Kirchensteueraufkommens in den vergangenen Jahren geradezu gemächlich ausnimmt. Der Grund: Rückgang des Lohn- und Einkommensteuer-aufkommens infolge der Steuerreformen. Verstärkt wird diese Entwicklung durch zwei Prozesse: zahlreiche, zumeist gut verdienende Christen kehren ihrer Kirche den Rücken und schließlich wird in den kommenden 10 Jahren ein guter Teil derjenigen das Rentenalter erreichen, die gegenwärtig die Hauptlast der Kirchensteuer tragen (nur jeder dritte Rentner zahlt aufgrund steuerlicher Gegebenheiten Kirchensteuer). Die vorstehenden, von dem Kölner Generalvikar Feldhoff in einem Pressegespräch gemachten Ausführungen zeigen, dass die Kirchenfinanzierung an einem Wendepunkt angekommen ist. Was ist zu tun?
M.E. sollten die Gemeinden lernen, nicht mehr ausschließlich von der Kirchensteuer zu leben, zumal die Sparhaushalte der kirchlichen Finanz-verwaltung wohl kaum ausreichen werden, um die innere Auszehrung der kirchlichen Strukturen und die damit einhergehende Finanzierungskrise aufzuhalten.
Nach langen Überlegungen bin ich zu dem Ergebnis gekommen, dass eine zu errichtende kirchliche Stiftung ein geeigneter Weg wäre, finanzielle Zukunftsvorsorge für unsere Pfarrgemeinde zu betreiben, zumal durch das "Gesetz zur weiteren steuerlichen Förderung von Stiftungen" vom Juni 2000 die Errichtung von Stiftungen auch unter steuerlichen Gesichtspunkten attraktiver gemacht worden ist.
Der Kirchenvorstand hat inzwischen die Errichtung der Stiftung St. Johannes der Täufer beschlossen.
Ich glaube, wir sind auf einem guten Weg.
Zum Grundverständnis nur dies: Stiftungen sind juristische Personen mit eigenen Organen – bei unserer Stiftung ist dies das Kuratorium – und eigenem Vermögen, jedoch ohne Mitglieder und Gesellschafter. Die Stiftung gehört quasi sich selbst und ist im Prinzip auf "ewig" angelegt. Von der Idee her ist unsere Stiftung eine "Gemeinschaftsstiftung" und zwar deshalb, weil es nicht nur einen oder sehr wenige Stifter gibt, sondern jedem
als Stifter offen steht, der sich an ihr mit einer Zustiftung beteiligen möchte. Das einzuwerbende Stiftungskapital ist Substanzkapital, das nicht angegriffen werden kann. Nur die erwirtschafteten Erträge (oder die nicht als Zustiftung gedachten Spenden) stehen für den Stiftungszweck – Unterhalt von Kirche und kirchlichen Einrichtungen unserer Pfarrgemeinde – zur Verfügung.
Liebe Gemeindemitglieder, mit unserer Stiftung betreten wir, wie die erforderlichen Abstimmungen mit dem Generalvikariat im Vorfeld gezeigt haben, in gewisser Weise Neuland. Dies sollte für uns Ansporn sein, die Stiftung St. Johannes der Täufer zu einer Erfolgsgeschichte zu machen.
Bitte kommen Sie an unsere Seite!
Es grüßt Sie herzlich
Michael Stephan
Vorsitzender des Kuratoriums der
Stiftung St. Johannes der Täufer